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Lohnt sich eine Solaranlage in Deutschland?

  • Aktualisiert am 15.10.2026
  • Lesezeit rund 4 Minuten
  • Redaktion solar-guide.de

Ja, für die meisten Einfamilienhäuser lohnt sich eine Solaranlage für Strom, also eine Photovoltaikanlage oder kurz PV-Anlage. Eine Kilowattstunde vom eigenen Dach kostet über 20 Jahre gerechnet deutlich weniger als die 37,0 Cent, die Haushalte 2026 im Durchschnitt für Netzstrom bezahlt haben.

Am meisten bringt der Strom, den Sie selbst verbrauchen. Für eingespeisten Strom erhalten Sie bei einer neuen Anlage bis 10 kW 7,70 Cent je Kilowattstunde.

Einfamilienhaus mit Solaranlage auf dem Dach und Wärmepumpe neben dem Eingang

Das Wichtigste in Kürze

  • Netzstrom kostete Haushalte 2026 bisher durchschnittlich 37,0 Cent je kWh.
  • Eingespeister Strom bringt 7,70 Cent je kWh, für Anlagen bis 10 kW mit Inbetriebnahme bis 31.12.2026.
  • Eine Anlage mit 10 kWp erzeugt je nach Lage und Ausrichtung rund 9.000 bis 11.000 kWh im Jahr.
  • In unserem Rechenbeispiel kostet eine kWh vom Dach rund 8 Cent.
  • Je mehr Strom Sie selbst nutzen, desto schneller ist die Anlage bezahlt.
  • Stand 15.10.2026
  • Quellen am Ende des Artikels

Was spart eine PV-Anlage?

Jede Kilowattstunde, die Sie selbst verbrauchen, müssen Sie nicht aus dem Netz kaufen. Netzstrom kostete Haushalte 2026 bisher durchschnittlich 37,0 Cent je kWh (BDEW, August 2026).

Strom, den Sie nicht selbst brauchen, speisen Sie ins Netz ein. Dafür erhalten Sie bei einer neuen Anlage bis 10 kW 7,70 Cent je kWh, 20 Jahre lang. Mehr dazu im Ratgeber zur Einspeisevergütung.

Wie viel Strom erzeugt eine Anlage in Deutschland?

Eine Anlage erzeugt in Deutschland je kWp im Jahr rund 900 bis 1.100 kWh. Die Verbraucherzentrale rechnet mit 900 kWh je kWp. Eine neue, nach Süden ausgerichtete Anlage ohne Abregelung erreicht laut Fraunhofer ISE rund 1.080 kWh je kWp.

Im Süden ist der Ertrag höher als im Norden. Für eine Südanlage mit 35 Grad Neigung nennt das Werkzeug PVGIS der EU-Kommission für Hamburg rund 990 kWh je kWp, für München rund 1.140 kWh je kWp. Nach Osten oder Westen ausgerichtete Dächer liefern etwas weniger, dafür verteilt über den Tag.

Was kostet eine Kilowattstunde vom eigenen Dach?

In unserem Rechenbeispiel rund 8 Cent. Wir rechnen mit einer Anlage von 10 kWp und den Durchschnittswerten aus den Quellen dieses Artikels:

AnnahmeWert
Preis der Anlage14.100 € (1.410 € je kWp, Durchschnitt für 9 bis 10 kWp)
Ertrag9.000 kWh im Jahr (900 kWh je kWp)
Betrachtungszeit20 Jahre (Laufzeit der Einspeisevergütung)
Kosten je kWh14.100 € ÷ (9.000 kWh × 20 Jahre) = rund 7,8 Cent

Wartung, Versicherung, einen späteren Tausch des Wechselrichters und Zinsen enthält die Rechnung nicht. Sie erhöhen die Kosten je kWh. Auch dann bleibt der Abstand zu 37,0 Cent für Netzstrom groß.

Warum gibt der Eigenverbrauch den Ausschlag?

Weil eine selbst genutzte Kilowattstunde fast fünfmal so viel wert ist wie eine eingespeiste. Eingespeist bringt sie 7,70 Cent, selbst genutzt spart sie 37,0 Cent.

Den Eigenverbrauch erhöhen Sie, wenn Sie Strom dann nutzen, wenn die Sonne scheint: Waschmaschine und Geschirrspüler am Tag, ein E-Auto, das mittags lädt, oder eine Wärmepumpe. Ein Batteriespeicher verschiebt Strom vom Mittag in den Abend.

Warum lohnt es sich, 2026 zu bauen?

Für Anlagen, die bis 31. Dezember 2026 in Betrieb gehen, gilt die Einspeisevergütung nach heutigem Recht für 20 Jahre. Für spätere Anlagen sieht ein Gesetzentwurf der Bundesregierung nur noch eine Übergangszahlung von 5,2 Cent je kWh für höchstens 36 Monate vor.

Der Entwurf ist noch nicht beschlossen (Stand 15.10.2026), Einzelheiten können sich ändern. Planen Sie für Angebot, Montage und Anmeldung genug Zeit bis zum Jahresende ein.

solar-guide.de empfiehlt: Lassen Sie sich im Angebot den erwarteten Eigenverbrauch und die Kosten je kWh zeigen. So vergleichen Sie Angebote an der Stelle, die über die Wirtschaftlichkeit entscheidet.

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Häufige Fragen und Antworten

Lohnt sich Photovoltaik ohne Speicher?

In vielen Fällen ja. Auch ohne Speicher ersetzt der Strom, den Sie tagsüber selbst nutzen, teuren Netzstrom. Ein Speicher erhöht den Eigenverbrauch, kostet aber zusätzlich etwa 4.000 bis 7.000 Euro.

Lohnt sich eine Anlage mit Volleinspeisung?

Bei der Volleinspeisung erhalten Sie bis 10 kW 12,22 Cent je kWh, nutzen aber keinen Strom selbst. Für ein bewohntes Einfamilienhaus bringt die Teileinspeisung mit Eigenverbrauch meist mehr.

Wie lange hält eine PV-Anlage?

Die Einspeisevergütung läuft 20 Jahre, und viele Anlagen erzeugen darüber hinaus Strom. Wie lange die Hersteller Leistung und Funktion garantieren, steht im Angebot.

Lohnt sich ein Dach nach Osten oder Westen?

Ja, oft. Ein Ost-West-Dach liefert etwas weniger Strom als ein Süddach, verteilt ihn aber über den Tag. Das passt oft besser zum Verbrauch im Haushalt.

Quellen

  • BDEW: Strompreisanalyse August 2026
  • Bundesnetzagentur: EEG-Förderung und -Fördersätze, abgerufen 15.10.2026
  • Verbraucherzentrale: Photovoltaik: Was bei der Planung einer Solaranlage wichtig ist, Stand 26.08.2026
  • Verbraucherzentrale: Was kostet eine Photovoltaikanlage?, Stand 28.08.2026
  • Fraunhofer ISE: Aktuelle Fakten zur Photovoltaik in Deutschland, Fassung vom 20.08.2026
  • EU-Kommission, Gemeinsame Forschungsstelle: PVGIS 5.3, Abfrage vom 15.10.2026 (Süd, 35 Grad, 14 % Systemverluste)
  • Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG 2023) § 25, geltende Fassung, abgerufen 15.10.2026
  • Bundestag: Gesetzentwurf der Bundesregierung, Drucksache 21/7867 vom 07.09.2026