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100-kWp-Photovoltaikanlage: Kosten, Ertrag und Rendite

  • Aktualisiert am 25.10.2026
  • Lesezeit rund 6 Minuten
  • Redaktion solar-guide.de

Eine Photovoltaikanlage oder kurz PV-Anlage mit 100 kWp kostet 2026 rund 80.000 bis 105.000 Euro netto. Sie braucht auf einem Flachdach etwa 600 bis 1.000 m² und erzeugt in Deutschland je nach Lage und Ausrichtung 85.000 bis 100.000 kWh im Jahr.

Wirtschaftlich zählt vor allem, wie viel davon Ihr Betrieb selbst nutzt. In unserem Rechenbeispiel ist die Anlage nach 7,5 bis 10 Jahren bezahlt.

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Büro- und Gewerbegebäude mit sichtbarer Photovoltaikanlage auf dem Flachdach

Das Wichtigste in Kürze

  • Kosten: rund 800 bis 1.050 Euro je kWp netto, also 80.000 bis 105.000 Euro für 100 kWp.
  • Fläche: 6 bis 10 m² Flachdach je kWp, also 600 bis 1.000 m².
  • Ertrag: etwa 850 kWh je kWp bei flacher Ost-West-Anlage, rund 1.000 kWh nach Süden.
  • Bis einschließlich 100 kW gibt es die feste Einspeisevergütung, darüber ist Direktvermarktung Pflicht.
  • Eine selbst genutzte kWh spart rund 23,7 Cent, eine eingespeiste bringt rund 6 Cent.
  • Stand 25.10.2026
  • Quellen am Ende des Artikels

Was kostet eine 100-kWp-Anlage?

Rund 80.000 bis 105.000 Euro netto, schlüsselfertig ohne Speicher. Das ergibt sich aus 800 bis 1.050 Euro je kWp, die ein Beratungsunternehmen für diese Größe nennt. Andere Branchenangaben liegen ähnlich.

KostenpunktRichtwertQuelle
Anlage 100 kWp, schlüsselfertig800–1.050 € je kWp nettoBranchenangaben, 07/2026
Anlagen 30–100 kWp950–1.300 € je kWp nettoBranchenangaben, 09/2026
Versicherungrund 10 € je kWp und JahrBayerische Landesanstalt für Landwirtschaft, 01/2026
übrige Betriebskostenrund 1,5 % der Anschaffungskosten im JahrBayerische Landesanstalt für Landwirtschaft, 01/2026

Teurer wird es durch eine schwache Statik, ein Gerüst, einen neuen Zählerschrank oder einen weiten Weg zum Netzanschluss. Holen Sie deshalb Angebote ein, die dieselbe Leistung und dieselben Posten enthalten. Wie sich Preise je kWp mit der Größe entwickeln, zeigt der Ratgeber Was kostet eine PV-Anlage?.

Wie viel Fläche braucht eine Solaranlage mit 100 kWp?

Auf einem Flachdach etwa 600 bis 1.000 m². Branchenangaben rechnen für Aufdach-Flachdachanlagen mit 6 bis 8 m² je kWp. Mit größeren Reihenabständen, Wartungswegen und Randabständen werden es bis zu 10 m² je kWp.

Auf einem geneigten Dach liegen die Module dicht an dicht. Dort brauchen Sie weniger Fläche. Wie viel genau auf Ihr Dach passt, zeigt die Belegungsplanung im Angebot.

Wie viel Strom erzeugt eine 100-kWp-Anlage?

Etwa 85.000 bis 100.000 kWh im Jahr in der Mitte Deutschlands. Der genaue Wert hängt von Ausrichtung, Neigung und Standort ab. Eine eigene Abfrage im Werkzeug PVGIS der EU-Kommission für Kassel ergibt:

Ausrichtung und NeigungErtrag je kWpErtrag bei 100 kWp
Süd, 35°1.015 kWh101.500 kWh
Süd, 10°929 kWh92.900 kWh
Ost-West, 10°853 kWh85.300 kWh

Im Süden Deutschlands liegt der Ertrag höher, im Norden niedriger. Das Fraunhofer ISE nennt für eine neue Südanlage im Mittel rund 1.080 kWh je kWp ohne Abregelung. Die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft rechnet mit 900 bis 1.100 kWh je kWp.

Warum planen viele knapp unter 100 kWp?

Weil die feste Einspeisevergütung nur bis 100 kW gilt (§ 21 EEG). Maßgeblich ist die installierte Leistung der Module. Eine Anlage mit genau 100 kWp erhält die Vergütung noch, eine mit 101 kWp nicht mehr.

Über 100 kW müssen Sie den eingespeisten Strom über einen Direktvermarkter verkaufen. Das bringt:

  • eine Gebühr für den Direktvermarkter, zum Beispiel rund 3 Euro je kWp und Jahr
  • Technik zur Fernsteuerung, über die der Direktvermarkter Ihre Einspeisung drosseln kann
  • keine Marktprämie in Stunden mit negativem Börsenpreis, und zwar ab dem ersten Tag

Bei Anlagen unter 100 kW greift die Regel zu negativen Preisen erst ab dem Jahr nach Einbau eines intelligenten Messsystems (§ 51 EEG). Mehr dazu im Ratgeber zur Direktvermarktung von Solarstrom.

Inbetriebnahme 01.08. bis 31.12.202699 kWp101 kWp
VergütungsformEinspeisevergütungMarktprämie (Direktvermarktung)
Satz im Mittel, anteilig nach § 23c EEG6,04 ct/kWh6,43 ct/kWh (anzulegender Wert)
Kosten Direktvermarkterkeinerund 300 € im Jahr
Satz nach Kosten bei 55.000 kWh Einspeisung6,04 ct/kWhrund 5,88 ct/kWh

Achtung bei Erweiterungen: Anlagen auf demselben Gebäude oder Gelände, die innerhalb von zwölf Monaten in Betrieb gehen, zählen zusammen (§ 24 EEG). Zwei Anlagen mit je 60 kWp gelten dann als eine mit 120 kWp.

Eigenverbrauch oder Einspeisung: Was bringt mehr?

Der Eigenverbrauch, und zwar deutlich. Unternehmen mit 20.000 bis 500.000 kWh Jahresverbrauch zahlten im ersten Halbjahr 2026 im Mittel 23,66 Cent je kWh ohne Umsatzsteuer. Eingespeist bringt dieselbe kWh bei einer 99-kWp-Anlage rund 6,04 Cent.

Planen Sie die Anlage deshalb nach Ihrem Verbrauch am Tag. Betriebe mit Kühlung, Produktion oder Werkstatt am Tag kommen ohne Speicher oft auf 40 bis 60 % Eigenverbrauch. Wer mehr will, verschiebt Verbrauch in die Mittagsstunden oder ergänzt einen Speicher. Die Grundlagen für Unternehmen fasst der Ratgeber Photovoltaik für Unternehmen zusammen.

Was müssen Sie bei Anmeldung und Technik beachten?

Eine Anlage mit 100 kWp ist für den Netzbetreiber eine mittlere Anlage. Die vereinfachten Regeln für Anlagen bis 30 kW gelten nicht. Rechnen Sie mit diesen Schritten:

  • Netzanschluss: Sie stellen vor dem Bau ein Netzanschlussbegehren. Das Ergebnis der Netzverträglichkeitsprüfung muss der Netzbetreiber spätestens acht Wochen nach Eingang aller Unterlagen übermitteln (§ 8 Abs. 6 EEG).
  • Nachweise: Bis 270 kW Einspeiseleistung genügen Einheiten- und Komponentenzertifikate der Hersteller. Ein teures Anlagenzertifikat brauchen Sie nicht (§ 2 Abs. 4 NELEV).
  • Messung: Für Anlagen über 7 kW baut der Messstellenbetreiber ein intelligentes Messsystem ein (§ 29 Messstellenbetriebsgesetz).
  • Register: Innerhalb eines Monats nach Inbetriebnahme tragen Sie Anlage und Speicher ins Marktstammdatenregister ein. Sonst schulden Sie dem Netzbetreiber 10 Euro je kW und Monat (§ 52 EEG).
  • Steuern: Auf einem Gebäude mit einer Gewerbeeinheit liegt eine 100-kWp-Anlage über der Grenze von 30 kWp. Ihr Ertrag ist dann steuerpflichtig, dafür dürfen Sie abschreiben.

In der Regel übernimmt der Fachbetrieb Netzanschlussbegehren und Anmeldung. Fragen Sie im Angebot danach.

Rechenbeispiel: Amortisation einer 99-kWp-Anlage

Ein Betrieb baut 99 kWp auf sein Hallendach. Die Annahmen:

  • Kosten 950 Euro je kWp, also 94.050 Euro netto
  • Ertrag 900 kWh je kWp, also 89.100 kWh im Jahr
  • Strompreis 23,66 Cent je kWh, Einspeisevergütung 6,04 Cent (Inbetriebnahme bis 31.12.2026)
  • Betriebskosten 1,5 % der Anschaffungskosten plus 10 Euro je kWp Versicherung, zusammen rund 2.400 Euro im Jahr
Posten pro Jahr40 % Eigenverbrauch60 % Eigenverbrauch
Selbst genutzter Strom35.640 kWh53.460 kWh
Eingesparter Strombezugrund 8.430 €rund 12.650 €
Einspeisevergütungrund 3.230 €rund 2.150 €
Betriebskostenrund −2.400 €rund −2.400 €
Überschussrund 9.260 €rund 12.400 €
Einfache Amortisationrund 10 Jahrerund 7,5 Jahre

Die Rechnung enthält keine Steuern, Zinsen, Strompreisänderungen und Alterung der Module. Abschreibung und Investitionsabzugsbetrag können die Steuerlast in den ersten Jahren deutlich senken. Wie das geht, zeigt der Ratgeber zu Steuern und Abschreibung.

Ein Risiko liegt in negativen Strompreisen. Bei Anlagen unter 100 kW greift dies erst nach Maßgabe der Übergangsregel, grundsätzlich ab dem Kalenderjahr nach Einbau des intelligenten Messsystems. Das trifft vor allem die Einspeisung, kaum den Eigenverbrauch.

99 und 101 kWp im Vermarktungsvergleich sowie Amortisation der 99-kWp-Anlage bei 40 und 60 Prozent Eigenverbrauch.
Genau 100 kW liegen noch innerhalb der Grenze für die feste Einspeisevergütung.

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Was gilt für Anlagen ab 2027?

Die Vergütungssätze in diesem Ratgeber gelten nur bei Inbetriebnahme bis 31. Dezember 2026. Für Anlagen ab 2027 berät der Bundestag eine EEG-Novelle. Sie sieht für neue Anlagen keine feste Einspeisevergütung mehr vor. Beschlossen war sie am 25. Oktober 2026 nicht. Wer 2027 in Betrieb geht, sollte den Eigenverbrauch noch stärker gewichten.

Häufige Fragen und Antworten

Was kostet eine 100-kWp-PV-Anlage?

Rund 80.000 bis 105.000 Euro netto, schlüsselfertig ohne Speicher. Das entspricht 800 bis 1.050 Euro je kWp.

Wie viel Dachfläche braucht man für 100 kWp?

Auf einem Flachdach etwa 600 bis 1.000 m², auf einem geneigten Dach weniger. Entscheidend sind Modulgröße, Reihenabstand und Randabstände.

Wie viel Strom erzeugt eine 100-kWp-Anlage im Jahr?

In der Mitte Deutschlands etwa 85.000 bis 100.000 kWh, je nach Ausrichtung. Im Süden mehr, im Norden weniger.

Braucht eine Anlage mit genau 100 kWp einen Direktvermarkter?

Nein. Die feste Einspeisevergütung gilt bis einschließlich 100 kW. Erst darüber ist die Direktvermarktung Pflicht.

Lohnt sich eine 100-kWp-Anlage ohne Eigenverbrauch?

Das muss separat als Volleinspeisung gerechnet werden. Die rund 6 Cent im Rechenbeispiel gelten für Teileinspeisung. Für eine neue Gebäudeanlage mit Volleinspeisung sind höhere EEG-Sätze vorgesehen. Melde- und Messvoraussetzungen, Anlagengröße, Kosten und Inbetriebnahmedatum entscheiden, ob sich das Modell lohnt.

Quellen

  • Branchenangaben zu Kosten von Gewerbeanlagen (Beratungsunternehmen), Stand 01.07.2026
  • Branchenangaben zu Kosten und Planung von Gewerbeanlagen (Beratungsunternehmen), Stand 05.09.2026
  • Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft: Information Solar-004, Stand 31.01.2026
  • EU-Kommission, JRC: PVGIS 5.3 (Datenbank SARAH3), eigene Abfrage für Kassel (1 kWp, 14 % Systemverluste), 25.10.2026
  • Fraunhofer ISE: Aktuelle Fakten zur Photovoltaik in Deutschland, Fassung vom 20.08.2026
  • Bundesnetzagentur: EEG-Förderung und -Fördersätze, Inbetriebnahme vom 01.08. bis 31.12.2026, abgerufen 25.10.2026
  • Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG 2023) §§ 21, 23c, 24, 51, geltende Fassung, abgerufen 25.10.2026
  • Branchenangaben zu Photovoltaik in der Industrie (Beratungsunternehmen, Eigenverbrauchsquoten), Stand 05.10.2026
  • Destatis: Strompreise für Nicht-Haushalte im 1. Halbjahr 2026, Pressemitteilung Nr. 345 vom 30.09.2026
  • Deutscher Bundestag: Textarchiv zur EEG-Novelle (Drucksache 21/7867), abgerufen 25.10.2026

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